Digitale Zyklus-Apps
Wie zuverlässig sind Zyklus-Apps wirklich? Wir ordnen App-Typen, Methoden und Zertifizierungen wissenschaftlich ein.
Zyklus-Apps werden von vielen Frauen genutzt, zum Beobachten des eigenen Zyklus, bei Kinderwunsch oder zur Verhütung. Unsere wissenschaftlichen Auswertungen zeigen jedoch: Die Qualität und Zuverlässigkeit dieser Anwendungen unterscheiden sich deutlich und sind für Nutzerinnen oft schwer einzuschätzen.
Zyklus-Apps erfassen und analysieren verschiedene Informationen rund um den Menstruationszyklus. Sie unterteilen den Menstruationszyklus in fruchtbare und unfruchtbare Tage. Dadurch legen sie ein fruchtbares Fenster fest, geben also einen Zeitraum an, in dem es zu einer Schwangerschaft kommen kann. Diese Information ist bei einigen Apps verlässlich, bei anderen nicht ausreichend zuverlässig. Das fruchtbare Fenster umfasst bei jeder Frau nur wenige Tage im Zyklus. Dieser Zeitraum und damit auch der Tag des Eisprungs kann von Monat zu Monat variieren. Dadurch ist eine Vorhersage des Eisprungzeitpunkts und des fruchtbaren Fensters nicht zuverlässig möglich.
Der Eisprung selbst ist nicht direkt messbar und zeitlich variabel. Bestimmbar ist das fruchtbare Fenster.
Digitale Zyklus-Apps lassen sich grob in drei Gruppen einteilen.
Kalenderbasierte Prognose
Diese Apps berechnen fruchtbare Tage anhand vergangener Zyklusdaten und nutzen Durchschnittswerte. Da sich der Zyklus verändern kann, sind solche Vorhersagen unzuverlässig.
Natürliche Familienplanung, symptothermal
Diese Apps basieren zum Teil auf wissenschaftlich fundierten Methoden und nutzen aktuelle Körperzeichen wie Basaltemperatur und Zervixschleim. Sie können das fruchtbare Fenster im aktuellen Zyklus besser eingrenzen. Die Anwendung erfordert Wissen und aktive Mitarbeit.
z. B. Wearables
Hier werden zusätzliche Daten genutzt, z. B. über Sensoren oder Hormonmessungen. Viele dieser Technologien sind noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht und liefern teilweise unzuverlässige Ergebnisse.
Zyklus-Apps können helfen, ein besseres Verständnis für den eigenen Zyklus zu entwickeln und Gesundheitsbewusstsein zu fördern.
Gleichzeitig sind viele Anwendungen bislang nicht ausreichend wissenschaftlich geprüft. Besonders die genaue Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ist oft unsicher, da der Zyklus individuell variieren kann.
Viele Zyklus-Apps werben mit Zertifizierungen wie CE-Kennzeichnung, TÜV-Siegel oder FDA-Zulassung. Diese geben jedoch keine verlässliche Auskunft über die tatsächliche Wirksamkeit der App bei der Bestimmung des fruchtbaren Fensters und der unfruchtbaren Tage. Die Bewertung basiert häufig auf Angaben der Hersteller und meist nicht auf unabhängigen wissenschaftlichen Studien. Für Nutzerinnen ist die Qualität von Zyklus-Apps daher oft schwer zu beurteilen. Genau hier setzt unser Forschungsprojekt an.
MITFORSCHEN
Wir untersuchen, wie verlässlich Apps das fruchtbare Fenster bestimmen und was Zertifizierungen wie CE oder FDA wirklich aussagen. Schreiben Sie uns, wenn Sie Ihre App-Erfahrungen einbringen oder an unserer Forschung teilnehmen möchten.
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